Die Freuden des “Localbuses” - Von Dharamsala, Mc Leod Ganj nach Manikaran

Publié le par Maria


Die Fahrt für die 220 km dauert insgesamt 12 Stunden und geht Richtung Nord-Osten ins Himalaja. Wir quälen uns auf den harten Holzsitzen mit Skai-überzug, unsere Beine haben nicht genügend Platz, und auf den  3er Sitzbänken können bis zu 4, sprich 5 Leute sitzen. Der Busfahrer glaubt sich auf den letzten 50 km auf dem Nürnburgring, wir kneifen die A-backen zusammen und hoffen auf unseren guten Stern. Wir wechseln den Bus und die letzten zweieinhalb Stunden geht es eine steile Strecke talaufwärts. Nur Einheimische sind im Bus, aber in einem Dorf, steigt plötzlich eine Horde weisshäutiger Hippies auf das Dach. Wir trauen unseren Augen nicht : Wo wollen die denn hin?  Der Fahrer ist recht vernünftig auf der meist einspurigen Strasse. Wir wagen es kaum in den Abgrund zu schauen, er ist sehr tief!
Wir steigen in Manikaran aus, die Hippies auf dem Dach  fahren weiter.  Wir erfahren später, dass es ein abgelegenes Bergdorf gibt, wo sie sich den Freuden des Haschischrauchens ohne Gefahr von Polizei hingeben können. Die Marihuana -Pflanze wächst nämlich hier wie Brennnessel.
Ich suchte mir das Bergdorf Manikaran wegen seiner heissen Quellen aus. Zu unserer Überraschung entdecken wir, dass auch hier die Inder einen heiligen Ort daraus gemacht haben, diesmal für beide Religionen, die Sikhs und die Hindus. Dementsprechend ist das kleine Dorf überfüllt von den, der Hitze Restindiens flüchtenden Indern, die die Kühle und die spirituelle Reinigung der Quellen suchen. Das bedeutet mal wieder : stinkende Jeeps, viele Touristenläden  mit Schramm, und eine chaotische Architektur, die von unfertigen Betonklötzen mit herausragenden Eisenstäben nur so strotzt. Aber sobald wir uns etwas von der Hauptstrasse entfernen, entdecken wir herrliche alte Holzhäuser. Wie schade, das es keine strengeren Bauauflagen gibt.......
Unser Gästehaus besitzt wie die meisten hier ein hauseigenes Quellbad, das wir mehrmals am Tag geniessen. Eine riesengrosse Tempelanlage umfasst nicht nur die heilige  Quelle (90 - 95 °), in der die Gläubigen kleine Reisbeutel kochen, sondern auch eine grosse öffentliche Badeanstalt, (Männer und Frauen getrennt), eine Grossküche und Schlafstätten. Wir machen Bekanntschaft mit einem “Almöhi”, der uns in sein Bergdorf einlädt. Wir können es von hier aus sehen und ich träume schon von einer schönen Wanderung und einer urigen Nacht dort oben. Wir kaufen etwas Proviant ein, aber am nächsten Morgen regnet es in Strömen. Man sagt uns, der Monsun habe verfrüht eingesetzt, und das schlechte Wetter wird mindestens 2 Tage dauern. So entschliessen wir uns etwas enttäuscht unsere Fahrt weiter in die Berge, Richtung Manali, fortzusetzen. Also wieder Fahrt im öffentlichen Bus, endlos lang, da ständig neue Fahrgäste aufgeladen werden, bis der Bus so voll ist, dass man kaum noch stehen kann. Den Einheimischen scheint das kaum etwas auszumachen, wir aber sind fix und fertig. Ich sehe Anna, wie ihr die Tränen über die Wangen laufen, Gott sei Dank sind wir bald am Ziel.
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Publié dans Itinéraire

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