Von Naggar nach Leh über den zweithöchsten befahrbaren Pass der Welt (5300 m)

Publié le par Maria


Wir organisieren mit unseren französischen Freunden die Weiterfahrt in die hohe Bergwelt, ins Kaschmir-Jammu-Gebiet. Mit einem Privatjeep und zu Fünft (ein New Yorker Israeli gesellt sich noch im letzten Moment zu uns), treten wir die zweitägige Fahrt über den zweithöchsten Pass der Welt am Dienstag den 19 Juni, an. Diese Passstrasse ist nur 2 - 3 Monate im Jahr geöffnet und sie gleicht eher einer Piste oder einem Bergpfad: 350 km von Manali nach Leh.
Schon beim Gedanken, diese Fahrt mit einem öffentlichen Bus zu unternehmen, läuft es uns kalt über den Rücken. Wir steigen also morgens um 6 Uhr recht zuverlässig mit unserem Gepäck in den Jeep ein. Unser Fahrer hat einen guten, sicheren Stil und lässt uns auf Anfrage Fotos von der sehr abwechslungsreichen Natur  und der beeindruckenden Bergwelt machen. Und Fotos gibt es hier zu schiessen : die Fahrt bringt uns über Mars, den Mond, in die Wüste, auf Schotterfelder, durch Oasen und sogar in die weisse Schneewelt (auf 5000 Meter mit einem riesigen Lasterstau).
Abends schlafen wir in einem Gemeinschaftszelt mitten im Nirgendwo. Wir sind die ersten Gäste des netten Besitzers, kochen Spagetti mit Käsesosse und singen und amüsieren uns köstlich. Aber schon bald gewinnt die Müdigkeit unsere Körper, und trotz der Höhe, schlafen wir recht gut unter den warmen Wolldecken. Am nächsten Tag geht’s um 6 Uhr weiter. Ein langer Tag auf 4 bis 5 Tausend Meter Höhe erwartet uns, und wir werden wieder ordentlich durchgerüttelt. Wir verlassen das Himachal Pradesh und kommen ins Kashmir-Jammu-Gebiet. Passkontrollen und viel Militärpräsenz erinnern uns an die prekäre und unsichere Situation dieses Krisengebietes. Die herrliche Landschaft lässt unsere Müdigkeit und unsere Rückenschmerzen vergessen. Immer wieder sagen wir : welche Angst hätten wir in einem Bus ausgestanden, denn wirklich, die Strassen und die Kurven haben es in sich.
Um 15 Uhr kommen wir heil und froh in Leh an. Leh, eine kleine Stadt auf 3505 m Höhe, liegt im Tal des Indus. Die chinesische und pakistanische Grenze sind nicht weit, und in der Vergangenheit hat es schon viele Krisen und Kriege um dieses Gebiet  gegeben. Leh gilt aber heute als sicher, und viele Touristen kommen hierher, um die Berge des Daches der Welt zu erkunden. Zu viele Treck-Agenturen säumen die Strassen, ebenso die Souvenirläden, aber das Panorama hier ist wirklich einzigartig. Ein Rundumblick auf die 6 bis 7 Tausender, kahle oder schneebedeckte Berge, und vor allem eine noch lebendige Kultur der Ladakhis und die zahlreichen buddhistischen Gompas machen dieses Gebiet touristisch wirklich interessant. Das Klima ist extrem : im Winter eisig kalt und viel Schnee (-20 bis +13 °), der Sommer dauert höchstens 2 bis 3 Monate (-3 bis 30°) und die Sonne scheint 300 Tage im Jahr. Die Klimaveränderungen sind auch hier spürbar, es regnet oder schneit viel mehr als sonst (nur im letzten Winter nicht).
Es wird die letzte Station unserer grossen Reise sein. Wir buchen schon ein Rückflugticket nach Delhi und freuen uns, hier 3 Wochen zu verbringen. Mit Magalie und Fred haben wir eine achttägige Wanderung durch das Markha-Tal geplant. Wir werden in den sogenannten “Homestays” übernachten, und zwei Bergführer werden uns begleiten.
Es gibt so viel hier zu entdecken, dass die 2 Wochen danach nur knapp ausreichen. Wir machten auch schon Bekanntschaft mit einer Organisation, die das Fortleben der Kultur der Ladakhis unterstützt und sich für einen ökologische Tourismus einsetzt. Dort wollen wir uns etwas nützlich machen. Aber davon später.
Unser Zimmer der Paul-Pension hat einen herrlichen Ausblick auf die südliche Himalaja-Kette. Wir geniessen den Blick morgens beim Frühstück und abends beim Sonnenuntergang. Fantastisch!

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Publié dans maria

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