Kambodscha

Publié le par Maria et Anna

Einige Daten des Landes • 14 Millionen Einwohner, davon 90 % Khmer, und 10 % Vietnamesen, Chinesen (Buddhisten)und das moslemische Chamvolk. • Die Lebenserwartung liegt bei 57, 4 Jahre und die Säuglingssterblichkeit ist sehr hoch mit 72,5 auf 1000 Kindern; • 40 % der Bevölkerung lebt unter dem 1 $ Armutsniveau, 66% haben keinen Zugang zu Trinkwasser, 69 % der Erwachsenen können lesen oder schreiben • Kambodscha hat den traurigen Rekord des grössten Minenfeldes der Welt • Und des das Land steht an 2. Stelle des grossen Übels, das “Korruption” heisst Es gibt zwar seit 1998 demokratische Wahlen, aber die politische Situation ist immer noch sehr unstabil. Die Hälfte des Staatshaushaltes wird durch ausländische Hilfe finanziert, aber trotzdem kommt das Land aus seiner ökonomisch schwierigen Situation nicht heraus (wieviel Geld verschwindet in den Taschen der Funktionäre oder Politiker? Kambodscha ist eins der ärmsten Länder der Welt und es gibt nur wenig Hoffnung auf eine Besserung, wenn das Übel der Korruption nicht beseitigt wird. So steht es nicht nur in unseren Reiseführern, sondern wir hörten auch von einem Wirtschaftsexperten, einem Taxifahrer und anderen Leute diese negative Bilanz . Wir wollten nicht nur als Tourist hier sein, sondern hatten Lust, uns in einem Projekt zu engagieren. Tourism for Help Wir fanden dank Internet eine Organisation in Stung Treng, im Nordosten des Landes, deren Projekt uns interessant erschien : einen Touristenkomplex nach ökologischen Gesichtspunkten schaffen mit einer Ausbildungseinrichtung für junge KambodschaneInnen, die das Hotelfach erlernen wollen. Wir könnten uns behilflich machen , indem Anna einen kleinen Werbefilm zwecks finanzieller Mittelbeschaffung herstellt und wir im allgemeinen unsere Erfahrungen von solchen Projekten mit den Initiatoren austauschen. Wir komen also Anfang März nach einem kurzen Flug von Danang (in der Nähe von Hoi An) in Siem Reap in Kambodscha an. Die Stadt, die durch die nahegelegenen Angkor-tempel einen grossen Touristenstrom an sich zieht, machte uns bei unserer Ankunft keinen guten Eindruck : riesige Hotels säumen die Flughafenstrasse, im Zentrum wimmelt es nur so von Massagezentren, die mit ihren schummrigen Lichter ihre wahre Destination verraten, der Stadtkern ist überfüllt von Touristen. Wir finden unter einigen Schwierigkeiten ein preiswertes Hotel, wo wir nur eine Nacht bleiben, haben wir doch der Organisation versprochen, so schnell wie möglich dort zu sein. Also muss ich wohl oder übel an den Angkortempeln vorbei, was sich später als ein grosser Fehler herausstellt. In zwei Tagen mühsamer Busfahrt auf schlechten Strassen überwinden wir die 500 km, um in die abgelegene Provinz Stung Treng zu gelangen. Die Landschaft ist flach und ziemlich öde, und wir können uns immer noch nicht an den vielen Müll, der überall herumliegt, gewöhnen. Die Organisation “Tourism for Help” hat ein Haus am Sekong gemietet, das zukünftige Projekt soll jedoch auf einem grossen Grundstück am Flussufer einige km ausserhalb der kleinen Stadt gebaut werden, aber nur dann, wenn es genügend Spenden gibt, um dies zu finanzieren. Wir informieren uns also zur Genüge über das Projekt, Anna fängt an zu filmen, wir diskutieren sowohl mit dem Verantwortlichen Patrick, als auch mit Emilie über die Machbarkeit der Idee, stellen aber nach 3 Tagen fest, dass die Ambitionen und der Plan, die Hotelschule und das kleine Guesthouse (3 Zimmer) schon in den nächsten Wochen starten zu wollen, total unrealistisch sind, und ein verfrühtes Beginnen den kambodschanischen jungen Lehrlingen schaden und die Geldgeber täuschen würde. Vor allen Dingen sind die Hauptakteure dieses Projektes in der Schweiz, und gedenken auch nicht, hier in Stung Treng das Ruder zu übernehmen. Nach Rücksprache mit Patrick, der im Grunde unsere Argumente teilt, und verspricht, die Ausbildung nicht in diesem Zustand zu beginnen, fertigt Anna nun doch den kleinen Werbefilm an. Mal sehen, wie es weiter geht. Etwas enttäuscht von diesem misslungenen Engagement, verabschieden wir uns nach einer Woche und ziehen weiter nach Pnom Penh. Pnom Penh, Sihanoukville, die Angkor-Tempel bei Siam Reap, Battambang Pnom Penh ist eine heisse, brodelnde Stadt, und zum Glück wohnen wir in einem netten Hotel “Boddhi tree, del gusto”, das uns ein ruhiger Hafen in dem Trubel sein wird. Unser kulturelles Programm umfasst die Besichtigung des Königspalastes mit seiner Silberpagode, das Nationalmuseum, wo viele Statuen der Angkor Tempel ausgestellt sind und des Genuzidmuseum S21. Mit zu wenig Informationsmaterial wird hier der Grausamkeit der Folterungen und der Morde gedacht. Das Land hat seine frühe Vergangenheit noch nicht aufgearbeitet, es haben keine wirklichen Prozesse der Massenmörder stattgefunden, und es scheint auch in Zukunft nicht zu passieren. Und die Roten Kmher und ihre Bosse laufen ungestraft im Land herum oder sind ausgewandert. Jedes 3 Haus ist in Pnom Penh von einer NGO bewohnt, die internationale Hilfe scheint hier ein feststehender Teil der Politik zu sein. Einige Initiativen sind sicher lobenswert : wie das Restaurant ‘Friends”, das Strassenkinder eine Ausbildung in Küche und Restaurant bietet. Wir finden in unserer “Stay-another-day Broschüre auch eine Eco-organisation, die in einem Naturpark, 2 Stunden von der Hauptstadt entfernt, Wanderungen zu einem Wasserfall und “Homestays” anbietet. Da es in der Stadt wirklich heiss und staubig ist, entschliessen wir uns nach 2 Tagen ins “Grüne” zu fahren. Mit einem Pic-up kommen wir 20 km von der Hauptstrasse entfernt in einem kleinen Dorf an. 4 junge Burschen warten tatsächlich an einem Holzstand auf evt. Besucher. Wahrscheinlich sind wir die einzigen an diesem Tag. Der Spaziergang hat auch ausser Hitze nicht viel zu bieten, selbst der Wasserfall ähnelt eher einem tropfenden Hahn ……. Aber wir haben es wenigsten versucht, das Projekt zu unterstützen. Irgendeine ausländische Initiative hat vor ein paar Jahren mit viel Ideen und Energie hier die ökologische Organisation entwickelt, aber die mangelhaften touristischen Strukturen des Landes, und nicht zuletzt auch die Gefahren der Minenfelder lassen den Erfolg solcher Unternehmen ausbleiben. Mit Mototaxi geht es wieder zurück zur Hauptstrasse, dann brauchen wir noch 2 gute Stunden, um mit einem Pic-up nach Sihanoukville, auch Kompong Som genannt, zu gelangen. Hier bleiben wir 3 Tage am Strand und geniessen das Meer, die Sonne, die Palmen und das einfache Leben. Wir hatten nämlich nur 60 $ in unserem Geldbeutel mitgenommen, und mussten sogar einmal auf einer Matte an einer Essbude übernachten, um über die Runden zu kommen. Aber auch mal ‘ne gute Erfahrung, jeden Dollar oder tausend Rielscheine dreimal in der Hand umzudrehen. In Pnom Penh wartet unser Rucksack wieder auf uns in unserem netten Hotel, und am nächsten Tag geht es wieder per Bus in 6 Stunden zurück nach Siem Reap, denn aus Kambodscha ausreisen ohne diese grössten religiösen Stätten der Welt gesehen zu haben, hätte ich mir nicht verziehen. Die Angkor-Tempel Gerade in unserem Guesthouse “Earthwalkers” angekommen, schwingen wir uns schon auf die Räder, denn der Sonnenuntergang über den Tempeln wartet nicht. Wir erleben einen magischen Moment im grössten und berühmtesten der insgesamt 270 religiösen Bauwerke des Reiches der Khmerkönige, dem Angkor Wat : ganz allein in einer fast unheimlichen Stille wandern wir durch das Herz des Tempels. Der Haupteingang war für die Touristen eigentlich schon geschlossen war, wir schlichen uns aber durch einen Nebeneingang hinein. Am nächsten Morgen geht’s um 5 Uhr wieder los, denn auch der Sonnenaufgang ist ein Highlight in dieser historischen Anlage. Diesmal ist es der Bayon-Tempel mit seinen monumentalen Gesichtern (es sind insgesamt 216) des Bodhisattva Lokesvara, der uns in den Bann zieht. Von den 54 gotischen Türmen schauen sie wohlwollend auf uns nieder. Wir dürfen diese Magie der Stunde ohne die Präsenz andere Touristen auf uns wirken lassen, und das verstärkt die Einmaligkeit des Erlebnisses. Da lohnt sich die Mühe des frühen Aufstehens. Den ganzen Tag radeln wir ca 30 km in grosser Hitze durch das Gelände der Tempel. Insgesamt besichtigen wir 10 Bauwerke, das älteste aus dem 9 Jahrhundert, und das zuletzt errichtet, vor dem Fall des Reiches, aus dem 12 Jahrhundert (Angkor Wat und Bayontempel). Mit roterhitzten Köpfen staunen und bewundern wir. Um 5 Uhr abends ist dann unsere Energie verbraucht, und beinahe falle ich die steilen Stufen des Angkor Wat- Tempels runter. Mit letzter Kraft geht`s die 7 km in die Stadt zu unserem Guesthouse zurück. Wir bleiben noch einen Tag in Siem Reap, schreiben für unsere Webseite, ich leider umsonst, denn mein langer Bericht wurde durch einen unglücklichen Klick ausgelöscht. Das hier ist schon die zweite Version (die schlechtere). Nur noch kurz ein Wort zu unserer harten Bootsfahrt nach Battambang. Wir sahen viel Elend am Ufer des Tonle-Sees, die Menschen leben am Rande der touristischen Stadt unter menschenunwürdigen Bedingungen. Darauf hin konnten wir die Einmaligkeit dieses Sees mit seinen schwimmenden Dörfern nur noch bedingt geniessen. Nach 3 Stunden Bootsfahrt wurden wir dann in einen Pic-up umgeladen. Zu 24 quetschten wir uns zum grössten Teil stehend hinten auf der Ladefläche mit dem ganzen Gepäck. Die Piste war dermassen von tiefen Furchen durchzogen, das die Fahrt zu einer gefährlichen Angelegenheit wurde. Irgendwann, nach einigen Angstkrisen der einen oder anderen Mitreisenden, streikten wir dann alle, wollten nicht mehr in dieser Weise weiterfahren. Aber der Boss des Unternehmens schien keine Anstalten zu machen, einen zweiten Pick-up zu schicken. So mussten wir wohl oder übel weiter. Gerädert, total verschwitzt, durstig und hungrig kamen wir gegen Abend, noch vor dem Gewitter in Battambang an. Der Chef des Unternehmens hatte sich natürlich schon aus dem Staub gemacht, so mussten wir mit unseren Anklagen alleine bleiben. Am nächsten Tag fahren wir mit einem Sammeltaxi wieder auf schlammigen Erdpisten zur Grenze. Wir verlassen Kambodscha, etwas traurig und enttäuscht. Das Land ist noch zu sehr von seiner harten Vergangenheit gezeichnet und wir haben den Eindruck, dass trotz der grossen Hilfe von aussen das Innere immer noch im Nachkriegszustand ist. Wir können nur hoffen, dass die Regierung eine demokratische und soziale Wende einschlägt, die Korruption stoppt, sonst werden die Menschen weiter viel leiden. Die thailändische Grenze erreichen wir gegen mittag und wir stellen wir so oft fest, das die Grenze wirklich ein Einschnitt ist. Gerade mal überschritten, schaut uns ein anderes Land entgegen. Die Unterschiede sind frappierend : die Strassen gut, die Natur grün und von Bergen, Wäldern umgeben ; die Städte und Dörfer sauber, die Märkte einladend und das Essen in Trat wahnsinnig gut. Wir freuen uns auf 1O Tage Urlaub, Strand und Erholung auf Kho Chang.
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Publié dans maria

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